Impressum  | Sitemap

Aschaffenburger Höhenweg (bis ca. 2450m)

Lange, einsame Wanderung hoch über dem Stilluppgrund

Hier fehlt das Aschaffenburger Höhenweg-Hauptfoto
Die Nofertensmauer am Aschaffenburger Höhenweg.
Foto: Maik Schneider, August 2009

Diese sehr lange und stellenweise schwierige Tagestour von der Edelhütte zur Kasseler Hütte führt über sieben Gratschneiden und durch einsame Karböden. Während der Tour gibt es keine markierte Abstiegsmöglichkeit in den Stilluppgrund, und nur eine kleine Biwakhütte auf halber Strecke. Die Tour wird manchmal zum Berliner Höhenweg gezählt, der aber auch oft erst an der Kasseler Hütte begonnen wird.

Wegbeschreibung

An der Edelhütte folgt man dem Steig zur Toreckenschneide, zuerst nur etwas ansteigend bis kurz vor die Steilstufe, dort dann steil hoch, und an Seilsicherungen und über Trittstifte durch die Felswand in die erste der sieben Scharten, und gleichzeitig einer der höchsten Punkte der Tour. Auf der anderen Seite öffnet sich der Blick auf die steilen Grashänge des Popbergkares, sowie auf den Dristenerkamm bis zum Großen Löffler. Von hier kann man in fünf Minuten auf Steigspuren auf den Toreckenkopf steigen. Wem es hier schon zu abschüssig ist, der sollte besser zurück zur Edelhütte gehen, es wird später noch mehrmals etwas ausgesetzter. Die steilen Wiesenhänge werden nun in einer Höhe gequert, man gelangt ins hintere Kar, dort geht es etwas abwärts, und dann flacher und ungefährlich im Bogen durch das Kar, in ein von der Popbergscharte herabziehendes Geröllfeld, hier über teils große Blöcke weiter, ein der nächsten Schneide vorgelagerten felsiger Buckel wird unterhalb umgangen, dann auf die Schneide zu, die an der Krummschnabelscharte, direkt unterhalb einer wie ein geöffneter Vogelschnabel aussehenden Felsformation, überschritten wird. Zur Scharte hinauf geht es steil über viele Felsblöcke, oben mit einigen Sicherungen. Von der Scharte, in der man Sicht auf das felsige, etwas kleinere Hasenkar bekommt, steigt man sehr ausgesetzt an Seilsicherungen, über ein sehr schmales Grasband durch Steilwände hinab ins hintere Hasenkar. Das ganze Kar besteht fast nur aus Geröll. Am Ende steigt man zur felsigen Nofertensschneide auf, die mit einigen Zirben bewachsen ist, und etwa in der Mitte zwischen den beiden deutlichsten Einschnitten überschritten wird. Der Anstieg führt sehr steil eine Felswand hinauf, mit Seilsicherung und vielen Trittstiften und -bügeln. Oben in der Scharte bekommt man dann Blick auf den weiteren Wegverlauf, etwa bis zum Samerschartl. Hinunter geht es drahtseilgesichert durch sehr abschüssige, felsdurchsetzte Wände der Nofertensschneide, an einer Gedenktafel für eine hier verunglückte Bergsteigerin vorbei, auf den Karboden des Nofertenskar. Hier hat man etwa die Hälfte der Tour geschafft, und die schwierigen Stellen hinter sich. Entgegen kommende Wanderer trifft man meist hier, im Hasenkar, oder an der gerade passierten Nofertensschneide. Von hier an wird die Tour größtenteils zu einer Almwanderung. Etwas abwärts und erst am Schluss wieder etwas ansteigend geht man auf die Nofertensmauer zu, eine über einen Meter hoch aufgestapelte steinerne und auf der Oberkante schon bewachsene Viehmauer, die das Nofertenskar vom Weißkar trennt, wo der herabziehende Hennsteigenkamp kein natürliches Hindernis bildet. Wer genug Zeit hat, kann hier in ca. 15 Minuten nach rechts über den Grat auf den Hennsteigenkamp steigen. Von der Nofertensmauer auf dem Steig wieder etwas abwärts durch das Weißkar, und am Ende leicht ansteigend zum flachen Weißkarjöchl. Ein paar Meter vorher befindet sich eine kleine Biwakhütte mit Schlaf- und Kochmöglichkeit. Vom Joch geht man im gewohnten Ab- und Auf zum Samerkarjöchl. Hier werden die Hänge wieder sehr steil, es geht durch drei kleine Kare und über zwei namenlose Schneiden, und über ein steiles Geröllfeld aus sehr groben Blöcken, bis man die Sonntagskarkanzel erreicht, wo die Hänge wieder flacher werden, und der Blick auf die Berge des Alpenhauptkamms im Talschluss des Stilluppgrundes frei wird. Von hier ist auch erstmals das Ziel der Bergwanderung, die Kasseler Hütte sichtbar. Nun nach links am Hang unter der großen Felswand entlang nach weit ins Sonntagskar, und hier vor den Schluchten des Sonntagskarbaches abwärts, auf einem Steg über den Bach, und noch etwas weiter hinunter auf den Hüttenweg der Kasseler Hütte. Ab hier wieder aufwärts, einige Bachläufe überquerend, die hier großflächig die Felswände hinunterfließen, in etwa 20 Minuten zur Kasseler Hütte.

Ausgangspunkt

Edelhütte (2238m), oder Bergstation der Ahornbahn (1960m).

Ziel

Kasseler Hütte (2178m)
Schwierigkeitschwierig (I)
Dauer9:00 Std.
Je nach Technik und Kondition 7-10 Stunden.
Konditionhohe Anforderung
sehr lange Tour
Höhenunterschied650 m Aufstieg, 700 m Abstieg
Strecke15 km
Höchster Punkt 2450 m
Frequentierungsehr wenig begangen
Bewertung sehr lohnend
Beste ZeitJuli - September

Anfahrt

Mit dem Auto, Bus oder der Zillertalbahn nach Mayrhofen. Die Talstation der von weitem gut sichtbaren Ahornbahn liegt etwas südlich der Ortsmitte hinter der Zillerbrücke.

Zustieg

Von der Bergstation der Ahornbahn (1960m) zur Edelhütte (2238m), 1:15 Std., mittel.

Hütten und Einkehrmöglichkeiten

Edelhütte (2238m)

Kasseler Hütte (2178m)

Übergänge

Von der Kasseler Hütte auf dem Berliner Höhenweg über die Lapenscharte zur Greizer Hütte (2227m), meist mittel, stellenweise schwierig, 5 Std.

Gipfel

Toreckenkopf (2470m), 5 Min. vom Höhenweg und nicht schwieriger.

Tipps

Wenn man die Sonnenaufgangsfahrt der Ahornbahn nutzt, die im Sommer einmal pro Woche schon vor Sonnenaufgang stattfindet, kann man die Tour mit Abstieg zur Grüne-Wand-Hütte und Rückfahrt mit dem letzten Kleinbus um 17:00 Uhr an einem Tag schaffen. Besser ist es aber, sich mehr Zeit zu nehmen, und eine Übernachtung auf der Hütte einzuplanen.

Infos

Der Abstieg zur Grüne-Wand-Hütte geht ab der Stelle, an der man auf den Hüttenweg der Kasseler Hütte trifft, in mehren Kehren hinab, dann über den Sonntagskarbach, und am Hang entlang über einen weiteren Bach, den man oben schon gequert hat, und weiter die bei Sonnenschein sehr heißen Wiesenhänge in Serpentinen hinab, erst im unteren Bereich beginnt etwas lichter Wald, bis zur Talstation der Materialseilbahn. Hier auf asphaltiertem Fahrweg steil hinab auf den Talboden, und dann talauswärts, teilweise asphaltiert in 30 Minuten zur Grüne-Wand-Hütte.

Ab hier privater Kleinbusverkehr nach Mayrhofen, der letzte Bus fährt in der Regel um 17:00 Uhr.

Der Aschaffenburger Höhenweg ist ein Teilstück des Berliner Höhenwegs, einer mehrtägigen Wanderung durch die Zillertaler Alpen.

Tourenbeschreibung: 

Maik Schneider

Stand: 

August 2009

Tour-Nr.: 

41
Zurück zur Tourenliste