Impressum  | Sitemap

Berliner Höhenweg / Zillertaler Runde (bis 3134m)

Mehrtagestour durch die Zillertaler Alpen

Hier fehlt das Berliner Höhenweg / Zillertaler Runde-Hauptfoto
Der Berliner Höhenweg führt an den höchsten Bergen der Zillertaler Alpen vorbei.
Foto: Maik Schneider, August 2011

Auf dem Berliner Höhenweg wandert man in 6-9 Tagen von Hütte zu Hütte durch die Zillertaler Alpen, immer auf der nordtiroler Seite, und die meiste Zeit ganz nah am Alpenhauptkamm. Auf dieser Trekkingtour gibt es an jeder Hütte die Möglichkeit, in 2-4 Stunden ins Tal abzusteigen, sodass die Dauer des Hüttentrekkings nach Belieben verkürzt werden kann.

Wegbeschreibung

Die Trekkingtour, die auch große Zillertaler Runde genannt wird, beginnt entweder bei Mayrhofen an der Edelhütte, bzw. etwas verkürzt an der Kasseler Hütte, oder anders herum an der Gamshütte. Ich empfehle den Berliner Höhenweg im Uhrzeigersinn zu gehen, weil dann die schwierigeren Abschnitte meist im Aufstieg begangen werden.

Das Hüttentrekking beginnt also mit dem Aufstieg zur Edelhütte, entweder von Mayrhofen in gut vier Stunden ca. 1600 Höhenmeter bergauf, oder auf dem kurzen Weg von der Bergstation der Ahornbahn in 1:15 Std., beides auf Bergpfaden mit mittlerem Schwierigkeitsgrad. An der Edelhütte hat man die Möglichkeit, mit zwei Stunden zusätzlichem Aufstieg die 2973m hohe Ahornspitze als ersten Gipfel der Tour mitzunehmen.

Am zweiten Tag hat man mit dem Aschaffenburger Höhenweg eine der beiden längsten Tagesetappen zu bewältigen. Die Wanderung führt über sieben Gratausläufer, die vom Ahornkamm in Richtung Stillupgrund herabziehen. Deswegen wird dieser schwierige Pfad auch Siebenschneidensteig genannt. Die ersten drei Schneiden sind stark ausgeprägt, und werden an drahtseilgesicherten Stellen überwunden, die folgenden sind schwächer ausgeprägt und nur noch an den Gegenanstiegen erkennbar, und die letzten führen nochmal durch abschüssiges Gelände. Auf dieser langen Wanderung zur Kasseler Hütte, die mit Trekkingrucksack gut zehn Stunden dauern kann, gibt es keine markierte Abstiegsmöglichkeit ins Tal. Als kleine Gipfel am Weg kann man in wenigen Minuten den Toreckenkopf (2470m) und den Hennsteigenkamp (2290m) mitnehmen, sowie am Ende etwa 100 Meter oberhalb der Kasseler Hütte den Aussichtspunkt "Schöne Aussicht" erreichen.

Wegen der Länge der Etappe auf dem Aschaffenburger Höhenweg beginnen viele die Zillertaler Runde auch erst mit dem Aufstieg aus dem Stillupgrund zur Kasseler Hütte. Bei einem Start an der Grüne-Wand-Hütte können zügige Wanderer auch an einem Tag an der Kasseler Hütte vorbei bis zur Greizer Hütte gehen.

Am dritten Tag führt der Höhenweg über dem Talschluss des Stillupgrundes, und durch die abschüssige, aber sehr gut gesicherte Passage der Elsenklamm zur Lapenscharte (2701m), und in den Floitengrund zur Greizer Hütte (2227m). Diese Etappe ist mit 5 Stunden relativ kurz, und nicht so schwierig wie der Siebenschneidensteig.

Der vierte Tourenabschnitt führt zuerst 400 Höhenmeter in den Floitengrund hinunter, und auf der anderen Talseite dann scheinbar sehr steil 1000 Höhenmeter bergauf in die Nördliche Mörchnerscharte (2872m). Auf dem Weg hat man eine ca. 10 Meter hohe Leiter zu überwinden, und danach noch einen kurzen, drahtseilgesicherten Abschnitt im Aufstieg, bevor der Pfad dann zum stetig ansteigenden Wiesenweg wird, bis kurz vor der Scharte nochmal Drahtseile helfen, den letzten Teil des Schutthanges unter der Scharte, die auch anders geschrieben nördliche Mörchenscharte genannt wird, zu überwinden. Auf der anderen Seite beginnt der Abstieg in den oberen Zemmgrund, zuerst auch seilgesichert, dann auf einem immer besser zu begehenden, unproblematischen Weg am Schwarzsee vorbei zur Berliner Hütte (2042m). Diese Tagesetappe dauert ca. 5:30 Stunden und ist ebenfalls als schwierig einzustufen.

Der fünfte Tag beginnt ebenfalls mit einem kurzen Abstieg, entweder zum Gasthaus Alpenrose im oberen Zemmgrund, oder in einem kleinen Bogen durch das Horn- und Waxeggkar. Dann folgt ein langer Aufstieg über ca. 1300 Höhenmeter in die Schönbichler Scharte. Unterwegs wird mit Drahtseilsicherung ein Felsband gequert, im oberen Bereich am Ende des Schönbichler Grates ist der Weg ebenfalls geichert und sehr steil. Nach nur wenigen zusätzlichen Metern erreicht man von hier das Gipfelkreuz auf dem Schönbichler Horn, mit 3134m der höchste Punkt des Berliner Höhenweges. Von hier steigt man in gut zwei Stunden zum Furtschaglhaus ab. Diese Tagesetappe dauert ca. 6 Stunden und ist stellenweise schwierig.

Die sechste Etappe zur Olpererhütte führt erstmals wieder bis auf einen befahrbaren Weg ins Tal hinunter, und am Ufer des Schlegeisstausees in ca. 1820m Höhe aus dem Schlegeisgrund heraus, bis der Zamser Grund erreicht wird. Von hier steigt man entweder direkt zur Olpererhütte (2388m) auf, sodass die Tagesetappe vier Stunden dauert, und man in zusätzlichen zwei Stunden eventuell direkt weiter zum Friesenberghaus gehen kann, oder man nimmt einen kleinen Umweg durch das Unterschrammachkar, und wandert die Runde auf dem Neumarkter Höhenweg zur Olperer Hütte, was 5:30 Stunden ab dem Furtschaglhaus dauert. Die gesamte Tagesetappe bis zur Olpererhütte ist nur mittelschwierig. Vom Schlegeisspeicher könnte man auch direkt zum Friesenberghaus abkürzen.

Die siebte Etappe führt von der Olpererhütte zum Friesenberghaus (2477m). Dieser Abschnitt des Höhenweges ist etwas schwieriger als der Wegabschnitt am Vortag, und mit ca. 2 Stunden sehr kurz. Da es sich wegen der dann folgenden, sehr lange Etappe zur Gamshütte nicht lohnt, beide Abschnitte an einem Tag zu durchlaufen, kann man an diesem Tag gut Aussichtspunkte wie den Riepenkopf, die Friesenbergscharte oder das Petersköpfl erreichen, oder als richtigen Gipfel den Hohen Riffler (3132m) besteigen.

Die achte und letzte Etappe führt dann auf einem sehr langen und teilweise schwierigen Höhenweg oberhalb des Dornaubergtales bis zur Gamshütte (1921m). Unterwegs sind einige sehr abschüssige Stellen zu passieren, wie die steilen Felswände an den Rifflerrinnen, oder die abschüssigen Grashänge oberhalb der Birglbergalm, sowie später nochmal unterhalb der Vorderen Grinbergspitze. Deswegen ist dieser Streckenabschnitt schwierig, und mit ca. 8 Stunden Gehzeit auch nochmal sehr lang. Allerdings gibt es hier mehrere Abstiegsmöglichkeiten ins Tal. Für einen Talabstieg von der Gamshütte sollte man aber einen zusätzlichen Tag einplanen.

Am neunten Tag ist dann der Abstieg von der Gamshütte auf drei verschiedenen Wegen möglich. Außerdem kann man vorher noch die Vordere und evtl. auch die Mittlere Grinbergspitze besteigen (schwierig (I), mindestens 5 Stunden zusätzlich), oder auf einem weiteren Höhenweg durch die Lachtalscharte zur Elsalm wandern, wo man ins Tuxer Tal absteigen kann.

Ausgangspunkt

Mayrhofen (645m)

Auch andere Ausgangspunkte möglich.

Ziel

Finkenberg (ca. 900m)

Weitere Endpunkte möglich.

Schwierigkeitschwierig
Dauer
6-9 Tage mit täglich 2-10 Stunden, meist ca. 6 Std. täglich.
Konditionhohe Anforderung
Teilweise sehr lange Tagesetappen.
Höhenunterschied
Maximal 1300m Aufstieg an einem Tag, normalerweise 700-1000 Höhenmeter pro Tag.
StreckeTäglich 6-15 km.
Höchster Punkt 3134 m
Frequentierungdurchschnittlich
Einzelne Etappen sind sehr wenig begangen, andere sind fast überlaufen.
Bewertung sehr lohnend
Beste ZeitMitte Juli - August

Anfahrt

Mit dem Auto, Bus oder der Zillertalbahn nach Mayrhofen. Die Talstation der von weitem gut sichtbaren Ahornbahn liegt etwas südlich der Ortsmitte hinter der Zillerbrücke.

Hütten und Einkehrmöglichkeiten

Edelhütte (2238m)

Kasseler Hütte (2178m)

Greizer Hütte (2227m)

Berliner Hütte (2042m)

Alpenrose / Zemmgrund (1873m)

Furtschaglhaus (2293m)

Olpererhütte (2389m)

Friesenberghaus (2477m)

Gamshütte (1921m)

Tipps

Da man von jeder Hütte ins Tal absteigen kann, ist es Möglich, die Zillertaler Runde beliebig zu verkürzen. Außerdem kann man auch jede Etappe einzeln als lange Tagestour durchführen. Zentraler Abschnitt und wegen der Aussicht auf die Gletscher auch am meisten begangene Etappe des Höhenweges ist das Teilstück von der Berliner Hütte über das Schönbichler Horn zum Furtschaglhaus, gefolgt vom Abschnitt von der Greizer Hütte bzw. aus dem Floitengrund zur Berliner Hütte. Am wenigsten begangen ist der Aschaffenburger Höhenweg, der aber auch durchaus lohnenswert ist.

Der Naturpark Zillertaler Alpen bietet eine Trekkingpauschale an, mit der man eine gewähte Anzahl an Übernachtungen auf den Hütten des Berliner Höhenweges schon vorher buchen und bezahlen kann. Mehr informationen dazu gibt es auf der Internetseite des Naturparks.

Tourenbeschreibung: 

Maik Schneider

Stand: 

August 2012

Tour-Nr.: 

69
Zurück zur Tourenliste