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Überschreitung der Nagelfluhkette

Vom Mittag zum Hochgrat

Hier fehlt das Nagelfluhkette - Überschreitung-Hauptfoto
Auf dem Grat kurz vor dem Aufstieg zum Stuiben.
Foto: Maik Schneider, Juni 2012
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Der östliche Teil der Nagelfluhkette lässt sich in einer Tagestour überschreiten. Auf dieser langen Gratwanderung erreicht man die wichtigsten Gipfel der Bergkette, den Stuiben, das Rindalphorn, und den höchten Berg dieser Gruppe, den Hochgrat. Wegen des ständigen Auf- und Ab ist eine gute Kondition erforderlich, sowie ein zügiges Tempo, wenn man die letzte Fahrt der Hochgratbahn noch erreichen will. Der meist südseitige Weg ist wegen seiner relativ geringen Höhenlage schon im Frühsommer begehbar.

Wegbeschreibung

An der Bergstation der Mittagbahn folgt man zunächst dem breiten Schotterweg mit geringer Steigung Richtung Bärenköpfle. Ab dem Kreuz auf dem grasbewachsenen Sattel hält man sich rechts, und steigt auf einem Pfad zunächst etwas zum Wald ab, wo man den Grat mit Ausblick auf Immenstadt und das Alpenvorland erreicht. Im Wald steigt man etwas an und nähert sich dem Steineberg (1683m), dem ersten felsigen Gipfel der Nagelfluhkette. Man erreicht das Gebiet eines Hangabrutsches und steigt davor nach links, in Richtung des Gipfelkreuzes auf, wobei hier im Frühsommer noch Schneereste zu überqueren sind. Der Weg führt direkt an die Felswand unter dem Gipfel. Hier hat man die Wahl, über die mehr als 50 Stufen hohe, fast senkrechte Leiter direkt zum Gipfel des Steinebergs aufzusteigen, oder sich auf dem Pfad an der Felswand entlang einige hundert Meter vom Gipfel zu entfernen, um dann unproblematisch das langgestreckte Gipfelplateau zu erreichen.

Vom Steineberg wandert man weiter in westliche Richtung, und steigt zuerst über die Graue Wand ab, eine mit Seilen gesicherte, geneigte Felswand aus dem charakteristischen Nagelfluh-Gestein. Dahinter erreicht man ein kleines Tal, in dem man einige Minuten absteigt, auch hier, im Schatten des Bergwaldes, liegen oft Schneereste. Dann nähert man sich auf einem Grat dem nächsten Berg, dem Stuiben. Vom Grat sieht man dabei auf der rechten Seite die große Alpe Gund, und viele aufgestaute Bachläufe in der Senke dazwischen. Im Frühsommer erreicht man hier nordseitig ein steiles Firnfeld, das evtl. an der Unterseite umgangen werden kann. Dahinter beginnt der Aufstieg zum Stuiben (1749m), den man über eine weitere drahtseilgesicherte, schräge Felswand nach ungefähr drei Stunden erreicht. Auf dem Gipfel sieht man erstmals in der Ferne das wesentlich höhere Rindalphorn, mit seinem breiten, scheinbaren Doppelgipfel, und dahinter den noch etwas höheren Hochgrat.

Vom Stuiben geht es zunächst flach auf dem breiten Grat weiter, dann umrundet man auf der Nordseite einen weiteren Gipfel, den Sederer, und steigt dahinter rund hundert Höhenmeter ab. Dann geht die Wanderung in ständigem Auf und Ab auf dem Grat oberhalb der Sedererwände weiter, und man steigt über eine Felsstufe wieder an, bis man den Gipfel des Buralpkopf (1772m) erreicht. Der nächste Gipfel im Gratverlauf, der nahe Gündleskopf (1748m), lässt sich dann mit geringem Gegenanstieg erreichen. Von hier steigt man dann lange zur wesentlich tieferen Gündlesscharte (1555m) ab, und beginnt dahinter die rund 270 Höhenmeter Gipfelanstieg zum Rindalphorn (1821m). Auf dem Weg steigt man hinauf in die Scharte westlich des Gipfels, von der es nur wenigen Minuten zum auf beiden Seiten steil abfallenden, kleinen Gipfelbereich sind.

Dann geht es zunächst wieder zurück in die nahe Scharte, und dann über einen nur flach abfallenden Hang in die Brunnenauscharte (1626m) vor dem Hochgrat. Ab hier steigt man nun wieder eine halbe Stunde auf, bis man den Gipfel des Hochgrat und damit den höchsten Punkt der Tour (1834m) erreicht. Der Gipfel liegt schon im Einflußbereich der Hochgratbahn, wie an den aufgestellten Tischen und den aufwändigeren Geländern an beiden Hangseiten zu erkennen ist.

Vom Hochgrat steigt man auf einem breiten, gestuften Weg zur nahen Hochgratbahn (1708m) ab. Hier oder am zehn Minuten tiefer gelegenen Staufner Haus (1614m) hat man erstmals seit dem Mittagberg die Möglichkeit, einzukehren.

Ausgangspunkt

Bergstation 2. Sektion der Mittagbahn, 1451m.

Ziel

Bergstation der Hochgratbahn (1708m).
Schwierigkeitschwierig
Meist mittelschwierig, einzelne Stellen steil und ausgesetzt. Mit Drahtseilen gesicherte Stellen im Gebiet Steineberg und Stuiben. Danach mittlere Schwierigkeit.
Dauer7:00 Std.
Konditionhohe Anforderung
Sehr lange Gratwanderung.
Höhenunterschied1200 m Aufstieg, 950 m Abstieg
Strecke15 km
Höchster Punkt 1834 m
Frequentierungdurchschnittlich
Bewertung lohnend
Beste ZeitJuni - Oktober
Im Juni häufig noch einige Firnfelder.

Anfahrt

Mit dem Auto oder dem Zug nach Immenstadt. Vom Bahnhof ca. 1km zur Mittagbahn.

Rückfahrt ab der Talstation der Hochgratbahn mit dem Bus nach Oberstaufen, und von dort mit dem Zug zurück nach Immenstadt. Der letzte Bus fährt gegen 18:30 Uhr.

Hütten und Einkehrmöglichkeiten

Unterwegs keine Einkehrmöglichkeit!

Tipps

Die Tour zeitig beginnen, wenn man die letzte Talfahrt der Hochgratbahn um 16:30 noch erreichen will. Ansonsten kann man nochmal rund 1:30 Std. zur Talstation (856m) absteigen, der letzte Bus fährt dort gegen 18:30 nach Oberstaufen. Oder man übernachtet auf dem Staufner Haus.

Infos

Unterwegs gibt es an vielen Stellen die Möglichkeit, die Tour abzubrechen oder zu verkürzen, und ins Tal abzusteigen.

Tourenbeschreibung: 

Maik Schneider

Stand: 

Oktober 2014

Tour-Nr.: 

62
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