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Schönbichler Horn (3134m)

Von der Berliner Hütte zum Furtschaglhaus

Hier fehlt das Schönbichler Horn-Hauptfoto
Das Schönbichler Horn.
Foto: Maik Schneider, August 2011

Das Schönbichler Horn ist der einfachste Dreitausender der Zillertaler Alpen, und vom Furtschaglhaus auf einem ungefährlichen Zustieg erreichbar. Der Aufstieg aus dem Zemmgrund ist im Gipfelberich sehr steil und deutlich schwieriger, und sollte besser im Aufstieg als im Abstieg begangen werden.

Aufstieg

Der Aufstieg beginnt am Gasthaus Alpenrose (1873m) im oberen Zemmgund. Bis hierher steigt man von der Berliner Hütte in ca. 25 Minuten auf dem Hüttenweg ab, oder vom Gasthaus Breitlahner (1256m) in ca. 2:15 Std. auf. Oberhalb vom Gasthaus Alpenrose überquert man über Holzstege die wasserreichen Gletscherabflüsse des Schwarzenstein-, Horn- und Waxeggkees. Der Weg führt auf einer kleinen Geländestufe, die die Gletschergrenze des Waxeggkeeses bei seinem letzten großen Vorstoß um das Jahr 1850 markiert, an die Rückseite der Waxeggalm (1871m). Hier folgt man dem Steig nach links Richtung Schönbichler Horn, der hier an der Bergseite des mächtigen Moränenwalls hinaufführt. Nach wenigen Minuten trifft man auf den von links heraufkommenden Steig von der Berliner Hütte, den Wanderer benutzen können, die von der Berliner Hütte nicht ganz bis auf den Talboden der Waxeggalm absteigen wollen.

Hierzu geht man von der Südseite der Berliner Hütte zuerst in Richtung des linken Gletschers, dem Hornkees, dann zweigt der Weg zum Schönbichler Horn nach rechts ab, und führt in Richtung Waxeggkees. Der Weg durchquert die Moränenlandschaft des stark abgeschmolzenen Waxeggkees, und führt dann am riesigen, westlichen Moränenwall ca. 50 Meter bergauf, bis man an der Kante auf den Weg von der Waxeggalm trifft.

Weiter geht es aufwärts, teilweise sind Wegstücke, die weiter links führten, schon mit der erodierenden Moräneninnenseite weggerutscht. Nach ungefähr einer Stunde Aufstieg steht man vor einem Abhang im ansonsten schnurgeraden Moränenrücken, und der Weg knickt nach rechts zurück ab, wo man über ein kurzes Steilstück die flacheren Wiesen des Garberkars erreicht. Das Garberkar ist eigentlich nur der vom letzen Eisvorstoß des Waxeggkees nicht weggedrückte Teil des Kares. Etwas höher wird die Vegetation spärlicher und der Weg steiniger, rechts befindet sich die Felswand, die gleich gequert werden muss. Der Steig führt, mit Drahtseilen gesichert, steil durch diese Wand, und am Ende erreicht man den Schönbichler Grat, auf dem man Tiefblick in den Zemmgrund bis Breitlahner erhält. Der Steig führt weiter unschwierig links vom Grat, etwas unterhalb der Gratschneide entlang, später auch darauf, durch geologisch interessantes Gebiet mit fast vertikalen Gesteinsschichten. Dann folgt der sehr steile Schlussanstieg aufs Schönbichler Horn, wieder mit Drahtseilen gesichert, und im Aufstieg sicherlich angenehmer zu gehen als im Abstieg. Den Sicherungen folgend erreicht man den Grat zwischen Furtschaglspitze und Schönbichler Horn etwa in der Mitte zwischen der etwas tieferen Schönbichler Scharte, und dem Schönbichler Horn. Von hier noch etwa 20 Höhenmeter weiter hoch zum Gipfelkreuz.

Abstieg

Im Abstieg geht man an der Stelle, an der der Weg aus dem Zemmgrund den Grat erreicht, geradeaus nach etwas weiter abwärts. Erst in der Schönbichler Scharte steigt man dann nach rechts ab. Es geht wieder an Drahtseilen eine kleine Steilstufe hinunter, wo sich im Sommer noch lange Schneereste halten können. Dann führt der Steig weiter die Hänge hinab, einmal noch in Richtung Furtschaglspitze, bevor es dann unschwierig immer in Richtung Furtschaglhaus abwärts geht.

Wer nicht auf der Hütte übernachtet, steigt von hier in den Schlegeisgrund ab, und erreicht über den sehr langen Fahrweg am Westufer des Stausees nach ca. 2:30 Stunden die Bushaltestelle am Bergrestaurant Schlegeis. Dazu geht man ab dem Furtschaglhaus den Hüttenweg in unzähligen Serpentinen den steilen Hang hinunter, bis man oberhalb vom Schlegeisstausee auf den Fahrweg trifft. Diesem folgt man nach rechts, überquert nach knapp 15 Minuten die stark mäandernden Abflüsse der Gletscher des Schlegeisgrundes, die unter dem Fahrweg durch Rohre in den Schlegeisstausee münden. Dann folgt die ganz flache, sich sehr ziehende Umquerung des Stausees, bis man nach ca. einer Stunde endlich den Parkplatz am Zamsgatterl, oder noch etwas weiter die Bushaltestelle an der Staumauer erreicht.

Ausgangspunkt

Berliner Hütte (2042m),

oder Breitlahner (1256m).

Ziel

Furtschaglhaus (2293m),

oder Bergrestaurant Schlegeis (ca.1790m).

Schwierigkeitschwierig
Der Aufstieg aus dem Zemmgrund ist schwieriger als aus dem Schlegeisgrund.
DauerAufstieg: 4:00 Std., Abstieg: 1:45 Std., Gesamt: 5:45 Std.
Konditionhohe Anforderung
HöhenunterschiedAufstieg: 1260 m, Abstieg: 1000 m
Strecke16 km
10
Höchster Punkt 3134 m
Frequentierungsehr viel begangen
Bewertung sehr lohnend
Beste ZeitMitte Juli - August

Anfahrt

Ab Mayrhofen über Ginzling mit dem Linienbus Richtung Schlegeis bis Breitlahner, oder mit dem Auto bis hierher (gebührenpflichtiger Parkplatz).

Zustieg

Von Breitlahner (1256m) zum Gasthaus Alpenrose (1873m), 2 Std., mittel, siehe Beschreibung.

Hütten und Einkehrmöglichkeiten

Berliner Hütte (2042m)

Alpenrose / Zemmgrund (1873m)

Waxeggalm (1871)

Furtschaglhaus (2293m)

Neue Dominikus-Hütte (ca. 1805m, direkt oberhalb des Bergrestaurants)

Bergrestaurant Schlegeis (ca. 1790m, keine Übernachtungsmöglichkeit)

Tipps

Das Schönbichlerhorn kann auch als lange Tagestour vom Schlegeisstausee über das Furtschaglhaus erreicht werden, wobei man den gleichen Weg hin- und zurück geht (ca. 9 Std., mittel bis schwierig).

Infos

Die Tour über das Schönbichler Horn ist die zentrale Etappe auf dem Berliner Höhenweg, einem Hüttentrekking durch die Zillertaler Alpen, das auf 6-9 Tagesetappen ausgedehnt werden kann, und auch Zillertaler Runde genannt wird. Dementsprechend viele Wanderer sind hier mit schwerer Trekkingausrüstung unterwegs.

Tourenbeschreibung: 

Maik Schneider

Stand: 

August 2011

Tour-Nr.: 

38
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